Kindergeld aktuell

Wann gelten die neuen und wann noch die alten Beträge?

Mit Übernahme der Zuständigkeit für das Kindergeld zum 01.01.2019 hat sich die Deutschsprachige Gemeinschaft zum Ziel gesetzt, keiner Familie infolge des Übergangs weniger Kindergeld zu gewähren, als dies zuvor durch den Föderalstaat geschehen ist.

In der Folge hat das Ministerium jeden Fall einzeln darauf geprüft, ob die zuletzt für Dezember 2018 gewährten Beträge vorteilhafter gegenüber den neu festgelegten seien. Da nach eigenen Berechnungen schon vor der Übernahme feststand, dass die neuen Beträge für etwa 70% der Familien vorteilhafter sein werden, konnten etwa 30% der Familien – die ohne Übergangsregel nun weniger an Kindergeld erhalten hätten – weiterhin den für sie vorteilhafteren alten Betrag beziehen. Für alle Neuanfragen, in denen keine belgischen Rechte für die Zeit des Übergangs festgestellt werden können, werden ausschließlich die neuen Beträge berücksichtigt.

Stück für Stück angleichen

Die alten Beträge können in den meisten Fällen jedoch nicht unendlich lang weitergewährt werden: Der Wechsel zu den neuen Beträgen erfolgt immer dann, wenn sich die Anzahl der kindergeldberechtigten Kinder um einen Empfänger herum verändert – sich also entweder reduziert, wie z. B. durch die Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit eines schon größeren Kindes, bzw. sich vergrößert, meist durch die Geburt eines weiteren Kindes in der Familie. Zudem werden die neuen Beträge ausgezahlt, wenn sich herausstellen sollte, dass ein Wechsel zu den neuen Beträgen für eine Familie vorteilhafter ist. Dies ist regelmäßig der Fall, wenn infolge der jährlichen Angleichung der Beträge an den Verbraucherpreisindex und dem realen Wachstum des Bruttoinlandsproduktes diese "plötzlich" höher ausfallen als die alten Beträge.

Ein Beispiel

Eine alleinerziehende Mutter von drei Kindern bezog inklusive Zuschlag für Alleinerziehende für Dezember 2018 Kindergeld in Gesamthöhe von 641,12 Euro. Nach den seit Januar 2019 in der Deutschsprachigen Gemeinschaft geltenden neuen Beträgen hätte die Mutter für Januar 2019 Anspruch auf Kindergeld in Höhe von 606 Euro gehabt. Folglich werden der Mutter hier bis auf Weiteres monatlich 641,12 Euro gewährt.

Falls die Kinder ab Januar 2019 neben dem Basiskindergeld nun auch Anrecht auf den Sozialzuschlag hätten, weil für sie bei ihrer Krankenkasse ein Anspruch auf die erhöhte Beteiligung der Gesundheitspflegeversicherung besteht, würde sich der neue Gesamtbetrag sogar auf 831 Euro belaufen. Somit würden der Mutter im Vergleich zum Dezember 2018 189,88 Euro monatlich mehr ausgezahlt.

Wichtiger Hinweis: Mit der Zahlung des Kindergeldes für den Monat Juli 2021 (am 06.08.2021) erhalten Sie auch dieses Jahr wieder den Jahreszuschlag, inoffiziell auch oft als "Schulprämie" bezeichnet. Jedem Kind, das im Juli eines Kalenderjahres Anspruch auf Kindergeld hat, wird dieser Zuschlag gewährt. Der Zuschlag beläuft sich auf 52,87 Euro pro Kind.