Mein Kind hat eine Beeinträchtigung

Ein Kind mit einer Beeinträchtigung benötigt meistens mehr Unterstützung. In gewissen Fällen hat es Anrecht auf einen „Zuschlag für Kinder mit einer Beeinträchtigung“. Aber wann genau? Und wie den Zuschlag beantragen?

Wie sehen die Bedingungen für den Zuschlag aus?

Bei dem betroffenen Kind muss eine Beeinträchtigung festgestellt worden sein, die Auswirkungen auf

  • seine körperlichen oder geistigen Fähigkeiten
  • seine Tatkraft bzw. Teilhabe am gesellschaftlichen Leben oder sein familiäres Umfeld hat

Das Kind muss bereits Anrecht auf Basiskindergeld haben. Die Beeinträchtigung muss festgestellt werden, während das Kind das Basiskindergeld erhält. Wenn die Beeinträchtigung dann festgestellt worden ist, bekommt das Kind bis zu seinem 21. Geburtstag das Basiskindergeld sowie den Zuschlag, wenn es nicht erwerbstätig ist.

Wenn das Kind einer anerkannten Ausbildung nachgeht, verlängert sich das Anrecht auf Basiskindergeld bis zu seinem 25. Lebensjahr.

Wie geht es mit dieser Unterstützung weiter, wenn das Kind 21 Jahre alt wird?

Wenn das Kind 21 Jahre alt wird, verfällt der „Zuschlag für Kinder mit einer Beeinträchtigung“.

Bis Juli 2020 konnte eine Person mit Beeinträchtigung ab dem Alter von 20 Jahren online einen Antrag auf Beihilfen beim Föderalen Öffentlichen Dienst Soziale Sicherheit (FÖD Soziale Sicherheit) stellen. So konnten die Betroffenen in der Regel nach Vollendung ihres 21. Lebensjahres vom FÖD Soziale Sicherheit Leistungen beziehen. Die Gesetzgebung hat sich kürzlich jedoch verändert.

Auch wenn ein Kind erhöhtes Kindergeld aufgrund von Beeinträchtigung erhält und nun 18 Jahre wird, könnte es künftig auch Anspruch auf eine Beihilfe zur Ersetzung des Einkommens (BEE) und/oder eine Eingliederungsbeihilfe (EB) beim FÖD Soziale Sicherheit haben. Die Kindergeldgesetzgebung in Ostbelgien (Dekret und Erlass Familienleistungen) verhält sich völlig neutral zu dieser neuen Regelung: Die Leistungen (erhöhtes Kindergeld und BEE/EB) sind für Kinder zwischen 18 und 21 Jahren kumulierbar. Der Anspruch auf eine BEE/EB besteht frühestens ab dem Monat nach dem 18. Geburtstag eines Kindes, aber nie vor dem 1. August 2020.

Unter „Mehr zum Thema“ finden Sie den offiziellen Link des FÖD Soziale Sicherheit, über den Sie die Anträge online stellen können.  

Wenn Sie dabei Beratung brauchen, können Sie sich an die Dienststelle für Selbstbestimmtes Leben, die Gemeindeverwaltung, das örtliche Öffentliche Sozialhilfezentrum (ÖSHZ) oder die Krankenkasse wenden.

Wie gehe ich vor, um einen Antrag für den Zuschlag einzureichen?

Sie können beim Ministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft Ihren Antrag auf „Zuschlag für Kinder mit einer Beeinträchtigung“ einreichen (siehe Kontaktdaten). Dieses bittet anschließend den FÖD Soziale Sicherheit, die Beeinträchtigung einzustufen. Wenn das Ergebnis der Beeinträchtigung feststeht, leitet das Ministerium es Ihnen weiter.

Weitere Auskünfte zur Einstufung der Beeinträchtigung und zur medizinischen Untersuchung erhalten Sie auf der Internetseite des FÖD Soziale Sicherheit oder beim FÖD Soziale Sicherheit, Dienst Erhöhtes Kindergeld, unter der Telefonnummer 0800 987 99.

Wie hoch ist der Betrag für den „Zuschlag für Kinder mit einer Beeinträchtigung“?

Der Betrag hängt vom Beeinträchtigungsgrad des Kindes ab. Mehr Informationen finden Sie im weiterführenden Artikel.

Wenn ein Kind mit einer Beeinträchtigung arbeitet, wie wirkt sich das finanziell aus?

Ein Kind, das mindestens 18 Jahre alt ist, kann unter gewissen Bedingungen arbeiten und weiterhin Kindergeld sowie eventuelle Zuschläge beziehen. Hierfür muss unterschieden werden zwischen:

  • einer Erwerbstätigkeit
  • einer zugelassenen Erwerbstätigkeit.

Weitere Informationen zu den zugelassenen Tätigkeiten finden Sie im weiterführenden Artikel.